Product Defence in der Logistik scheitert selten an einem fehlenden Grundsatzpapier. In Audits zeigen sich die Schwächen meist dort, wo Zugang, Fremdpersonal, Alarmwege und IT-Schnittstellen nicht standortspezifisch bewertet oder praktisch getestet wurden.
Welche Punkte stellt IFS heraus?
IFS hat sieben typische Themen benannt, die bei der Umsetzung von Product Defence in Logistikbetrieben wiederholt zu Abweichungen führen. Die Hinweise beziehen den gesamten Prozess ein: Warenannahme, Lagerung, Verladung, Transport und Versand.
- Die Schwachstellenanalyse muss zum konkreten Standort und Prozess passen.
- Kritische Bereiche und Zugangsberechtigungen müssen eindeutig festgelegt sein.
- Beschäftigte, Besucher, Fahrer und Fremdfirmen sind wirksam einzubeziehen.
- Die Bewertung muss den vollständigen Logistikprozess abdecken.
- Cyberrisiken und digitale Zugänge gehören in die Betrachtung.
- Alarm- und Eskalationswege müssen praktisch getestet werden.
- Für Maßnahmen sind belastbare Umsetzungs- und Wirksamkeitsnachweise erforderlich.
Normstatus richtig einordnen
Der IFS-Beitrag ist eine praktische Hilfestellung des Standardeigners, aber kein neues normatives Dokument. Auditfest werden die genannten Punkte erst durch die Anforderungen des jeweils anwendbaren IFS-Standards und die standortspezifischen Nachweise des Unternehmens.
Betriebliche Folgen
Für die Praxis reicht eine allgemeine Gefährdungsbeschreibung nicht aus. Besuchermanagement, Schlüssel- und Ausweissysteme, Fahrerwartebereiche, externe Techniker, Fernzugriffe, Kameras, Alarmierung und Reaktion außerhalb der Regelarbeitszeit sollten als zusammenhängendes Schutzsystem geprüft werden.
- Schwachstellenanalyse bei baulichen, organisatorischen oder digitalen Änderungen aktualisieren.
- Zutrittsrechte mit realen Tätigkeiten und Schichtmodellen abgleichen.
- Fremdpersonal und Transportunternehmen in Unterweisung und Kontrolle einbeziehen.
- Alarmketten mit realistischen Szenarien testen und Ergebnisse dokumentieren.
- Festgestellte Abweichungen bis zum Wirksamkeitsnachweis verfolgen.
Meine Empfehlung
Eine gute Vorbereitung beginnt mit einem Standortgang, nicht am Schreibtisch. Dabei sollten reale Personen- und Warenwege, unbeaufsichtigte Zeiten sowie digitale Zugriffsmöglichkeiten aufgenommen werden. Erst danach lässt sich bewerten, ob die dokumentierten Maßnahmen im Alltag tatsächlich tragen.
Originalquelle: IFS: Product Defence in IFS Logistics – 7 tips to avoid common deviations, veröffentlicht am 6. Oktober 2026.

